Kliniken-Vorstand Josef Götz empfängt SPD-Delegation – Schon bald betreutes Wohnen im Schwesternheim

Kreistagsfraktion

„Wenn die nächsten drei Tage noch so gut laufen wie das ganze Jahr 2009, dann schreiben wir am Ende wahrscheinlich sogar eine schwarze Null.“ Mit dieser Zusammenfassung des abgelaufenen Jahres leitete der Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG Josef Götz den Empfang der SPD-Kreistagsfraktion und der Landtagsabgeordneten Annette Karl im Vohenstraußer Krankenhaus ein.

Für Ältere ideal
Das Hospital sei für die ärztliche Versorgung im östlichen Landkreis sehr wichtig und werde in dieser Form auch in Zukunft Bestand haben. „Sonst ist auf der Landkarte ein großer, weißer Fleck“, sagte Götz. Mit den Belegabteilungen Innere Medizin und Chirurgie sei das Haus ausgelastet und werde von der Bevölkerung gut angenommen. „Die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten der Region ist sehr vertrauensvoll.“ Trotz Wartezeiten würden auch Notfälle versorgt. Vor allem für ältere Patienten mit mehreren unterschiedlichen Krankheitsbildern sei dieses kleine Krankenhaus sehr wichtig und genau der richtige Ort, um optimal behandelt zu werden. Die Intensivpflegestation „Sanita Cura“ hält Götz für die notwendige Ergänzung zur akutstationären Versorgung. Mitgesellschafter Stefan Hammerl berichtete über die Auslastung und die Konzeption der privaten Einrichtung, die entgegen mancher Meinung auch durch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf das Waidhauser Pflegeheim im vollen Umfang weiterbestehen werde.
Als zusätzliche Leistung werde demnächst die Krankenhaus-AG im ehemaligen Schwesternwohnheim betreutes Wohnen anbieten. Regionalleiter Alois Meindl erklärte, dass die Planungen für den Umbau abgeschlossen seien und Mitte 2010, wenn die Hälfte der 22 Wohneinheiten verkauft oder vermietet seien, mit der Sanierung des Gebäudes begonnen werde. Eine solche „Rundumversorgung“ mitten in einer Stadt sei einmalig in der Region, so Götz.
Im Neustädter Krankenhaus wurden die Kreisräte zusammen mit den SPD-Stadträten zudem von den diensthabenden Ärzten Dr. Eva-Maria Bothe von der Chirurgie und Dr. Susanne Kreuzer von der Palliativstation empfangen. Hier herrsche nach dem Eindruck der Verantwortlichen keine Aufbruchs- oder Auflösungsstimmung, sondern es werde motiviert gearbeitet. Das Personal sei längst zusammengewachsen und leiste häufig an beiden Standorten Dienst, was laut Pflegedienstleiter Fritz Ramming kein Problem darstelle.
Derzeit seien die Betten der Chirurgie durch Verlagerungen aus Weiden
und die Versorgung durch mehrere Belegärzte so gut ausgelastet wie lange nicht, so Götz. Kleinere und mittlere Eingriffe würden weitgehend
in Neustadt vorgenommen. Vor allem die Neuro- und die Gelenkchirurgie
sei so umfassend geworden, dass die Überwachungsbetten reaktiviert
worden seien. Trotzdem führe an der Schließung des Akutkrankenhauses nach Fertigstellung der Bauabschnitte sechs und sieben am Weidener Klinikum kein Weg vorbei, aber nicht vor Ende 2012. Jedoch werde man ab Mitte 2011 mit dem Aufbau des Aus-, Fort- und Weiterbildungszentrums beginnen. Dies werde zunächst ohne größere Umbauten möglich sein, über einen Neubau oder eine Sanierung sei noch keine Entscheidung gefallen. Der Standort Neustadt sei in jedem Fall gesichert, versprach Götz.
Fachkräftemangel
Schwierigstes Kapitel der ärztlichen Versorgung ist laut Götz die Gewinnung von qualifizierten Ärzten. Der Mangel sei bereits dramatisch und werde bald auch Pflegekräfte betreffen. Auch sei mittlerweile die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens Krankenhaus an die erste Stelle gerückt. „Die Alternativen sind Schließung oder Privatisierung“, warnte er. Eine Verschlechterung der ärztlichen Versorgung und die Manifestierung der Zweiklassenmedizin, die es laut Götz längst gibt, seien unausweichliche Folgen.
Die Kreisräte der SPD sowie MdL Karl sicherten ihre Unterstützung in den Entscheidungsgremien und eine sachliche Kommunikation in der Bevölkerung zu. Wichtig sei für sie neben der flächendeckenden ärztlichen Versorgung vor allem die Sicherung der Arbeitsplätze.

 
 

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